Helene Weber zusammen mit Bundespräsident Theodor Heuss, 1959
Helene Weber zusammen mit Bundespräsident Theodor Heuss, 1959
Konstituierende Sitzung des Parlamentarischen Rates am 1. September 1948 in Bonn (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)
Konstituierende Sitzung des Parlamentarischen Rates am 1. September 1948 in Bonn (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)

75 Jahre Grundgesetz

Herzlichen Glückwunsch!

Das deutsche Grundgesetz feiert seinen 75. Geburtstag, ein Meilenstein in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz verkündet und trat am folgenden Tag in Kraft. 

Die Entstehung des Grundgesetzes war ein direkter Ausdruck des Wunsches nach Frieden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Nach der Kapitulation 1945 stand Deutschland unter alliierter Besatzung. Die verheerenden Folgen des Krieges und die moralischen Abgründe des Nationalsozialismus machten eine grundlegende Neuordnung des politischen Systems notwendig. Vor diesem Hintergrund konstituierte sich im September 1948 der Parlamentarische Rat, der das Grundgesetz erarbeitete.Das Grundgesetz sollte zunächst nur als Provisorium für Westdeutschland dienen, bis eine gesamtdeutsche Verfassung ausgearbeitet werden konnte. Doch die Trennung Deutschlands in zwei Staaten, die Bundesrepublik Deutschland (BRD) im Westen und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) im Osten, machte eine gesamtdeutsche Lösung lange unmöglich. Erst mit der Wiedervereinigung 1990 wurde das Grundgesetz zur gesamtdeutschen Verfassung.

An der Erarbeitung des Textes wirkte auch eine Wuppertalerin mit, Helene Weber. Die am 17. März 1881 in Elberfeld geborene Helene Weber war Mitglied im Parlamentarischen Rat, der von September 1948 an in Bonn das Grundgesetz ausarbeitete. Als eine der vier "Mütter des Grundgesetzes" setzte sie sich im Parlamentarischen Rat vehement für die Gleichberechtigung von Frau und Mann als Grundrecht der neuen deutschen Verfassung ein. "Frauen und Männer sind gleichberechtigt", so heißt es in Artikel 3, Abs. 2. Dass die Gleichberechtigung der Geschlechter Eingang in das Grundgesetz fand, ist dem Engagement der Wuppertalerin zu verdanken.

 In den 75 Jahren seines Bestehens hat das Grundgesetz sich als ein stabiles Fundament für die deutsche Demokratie erwiesen. Es steht für die Achtung der Menschenwürde, die Freiheit des Einzelnen und die Rechtsstaatlichkeit. Artikel 1, der die Unantastbarkeit der Menschenwürde festlegt, ist das Herzstück des Grundgesetzes und erinnert an die Verpflichtung Deutschlands, niemals wieder in die Abgründe von Tyrannei und Menschenverachtung abzurutschen.

Besonders bemerkenswert ist der föderale Charakter des Grundgesetzes, der den Bundesländern erhebliche Autonomie gewährt und so eine Balance zwischen Zentralmacht und regionaler Vielfalt schafft. Ebenso ist die Betonung der Grundrechte wegweisend, die jedem Bürger umfangreiche Freiheits- und Beteiligungsrechte garantiert.Viele demokratische Prinzipien, die im Grundgesetz formuliert sind, gehen auf die 1848er Revolution zurück. Zwar sah die Verfassung der Frankfurter Nationalversammlung von 1849 eine konstitutionelle Monarchie vor, sie hat aber schon wichtige Grund- und Freiheitsrechte aufgenommen, die für uns heute selbstverständlich geworden sind.

75 Jahre nach seiner Verkündung bleibt das Grundgesetz ein Symbol für die erfolgreiche demokratische Entwicklung Deutschlands. Es ist nicht nur ein rechtlicher Rahmen, sondern auch ein Ausdruck der kollektiven Werte und Überzeugungen der deutschen Gesellschaft. Indem es die Lehren aus der Geschichte integriert und gleichzeitig Raum für zukünftige Entwicklungen bietet, sichert es die Freiheit und den Frieden in Deutschland.

Möge das Grundgesetz auch in den kommenden Jahrzehnten ein Garant für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit bleiben.

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Baustellensituation Engels-Haus

Einschränkungen für Besucher

Es geht voran! Der Eingangsbereich unseres Besucherzentrums wird zur Zeit neu gepflastert. Außerdem wird ein neues Tor für den Innenhof von Engels-Haus, Museum für Frühindustrialisierung und Theater am Engelsgarten montiert. Dadurch kann es bis Mitte Juni leider zu Beeinträchtigungen des Museumsbesuchs kommen. Zeitweise erfolgt der Eingang in das Engels-Haus nicht über das Besucherzentrum sondern direkt über den Haupteingang des Engels-Hauses. Dieser Zugang ist nicht barrierefrei! Bitte beachten Sie das Hinweisschild am Engels-Haus. Des Weiteren kann es temporär zu Lärmbelästigungen kommen.

Auf Grund eines Wasserschadens im Besucherzentrum sind leider die Toiletten und die Garderobe dort nicht nutzbar. Wenn es die Baustellensituation zulässt, kann die Toilette im ehemaligen Ankerpunkt genutzt werden. Sollte das nicht der Fall sein, stehen Dixi-Toiletten zur Verfügung. Bitte sprechen Sie unser Personal an.

Bitte entschuldigen Sie diese baustellenbedingten Einschränkungen. Tagesaktuelle Informationen erhalten Sie unter 0202-563 4375.

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06. Juni: Jürgen Schmidt im Engels-Forum

Die Revolution von 1848/49 als Ausgangspunkt einer neuen Arbeiterbewegung

Vortrag

Jürgen Schmidt: Partizipativ-demokratische Öffentlichkeit statt sektiererischer Geheimbünde: Die Revolution von 1848/49 als Ausgangspunkt einer neuen Arbeiterbewegung

Soziale sowie politische Ursachen und Forderungen gehören zusammen, will man die Revolution von 1848/49 in ihrer Gesamtheit erfassen. Für das Verständnis der Revolution ist darüber hinaus das Zusammenspiel zwischen Barrikadenkampf auf der einen Seite und der Bildung von politischen Institutionen auf der anderen Seite zentral.

Doch mit dem Fokus auf die bürgerliche Revolution und auf die Eröffnung der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche wird oft die Bedeutung der Arbeiterschaft und Arbeiterbewegungen vernachlässigt. Dabei waren es gerade diese Organisationen, die die Forderungen nach Demokratie mit Fragen von sozialer Ungleichheit und Benachteiligung verbanden.

Außerdem nimmt die Revolution von 1848/49 mit der Bildung der „Arbeiterverbrüderung“ sowie der Existenz des „Bundes der Kommunisten“ eine besondere Stellung in der Geschichte der Arbeiterbewegungen ein. Diesen Stellenwert arbeitet der Vortrag von Dr. Jürgen Schmidt heraus und bettet dabei die revolutionäre Entwicklung in den Zeitraum zwischen 1830 und 1850 ein.

Dr. Jürgen Schmidt arbeitete an der Ruhr-Universität Bochum, am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, an der Humboldt-Universität zu Berlin im Projekt „Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive“ sowie am Institut für die Geschichte und Zukunft der Arbeit. Seit 2021 ist er Leiter des Karl-Marx-Hauses in Trier. Er veröffentlichte zahlreiche Beiträge zur Geschichte der Arbeit, Arbeiter_innen und der Arbeiterbewegung.

Datum: 06.06.2024
Ort: >MI< Besucherzentrum, Engels-Forum, Engelsstraße 10, 42283 Wuppertal
Beginn: 19:00 Uhr | Eintritt frei

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29. Mai: Szenische Lesung zur Revolution 1848/49

Friedrich Engels und die ersten kommunistischen Versammlungen

An drei aufeinander folgenden Samstagen, am 8., 15. und 22.Februar im Jahre 1845 fanden in Elberfeld "Kommunistische Versammlungen" statt, zu denen der junge Friedrich Engels, der Maler Adolf Köttgen und der Publizist Moses Heß aufgerufen hatten. Dazu wurde der große Saal des "Zweibrücker Hof" angemietet. Das renommierte Hotel lag neben dem damaligen Rathaus (heute: Von der Heydt - Museum) und wurde später durch eine Erweiterung des Museums ersetzt.

Doch bei diesen Versammlungen wurden nicht etwa die Arbeiter zur Revolution aufgerufen, vielmehr wandten sich die Veranstalter an das versammelte Bürgertum - das Proletariat war nicht vertreten - und priesen eine mögliche Umgestaltung des Wirtschaftswesens gerade zur Verhinderung einer solchen.

Aus den Vorträgen und Diskussionsbeiträgen zu allen drei Veranstaltungen wurde eine komprimierte Collage erstellt, die als szenische Lesung zu Gehör gebracht wird.

Mitwirkende: Andreas Mucke, Hans Werner Otto, Stefan Otto, Reiner Rhefus, Wolfgang Suchner

Datum: 29.05.2024
Ort: Forum des Von der Heydt-Museum, Turmhof 8, 42103 Wuppertal
Beginn: 18:30 Uhr | Eintritt frei

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Die Jury: Stefanie Weyer, Samira Zachaei, Christoph Grothe, Anna-Lena Geisel

Tag der Industriekultur

Die Gewinner des Malwettbewerbs stehen fest

Der achtjährige Dimos, die dreijährige Maria und die 10 Jahre alte Vassiliki belegen die ersten drei Plätze in unserem großen Malwettbewerb, den wir am Tag der Industriekultur am Engels-Haus ausgerichtet haben. Thema des Wettbewerbs war "Deine Traumfabrik". Die vierköpfige Jury bestehend aus Anna-Lena Geisel, Christoph Grothe, Stefanie Weyer und Samiera Zachaei hatten die schwere Aufgabe die drei Gewinner zu küren.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern des Wettbewerbs und sind überrascht wie groß die Bandbreite der Einsendungen war. Die Gewinner werden nun schriftlich benachrichtigt.

 

 

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